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Nachdem genügend archäologische Hinweise gesammelt waren, sollte das "Arkonawrack" identifiziert werden.
Die Nachforschungen begannen im Reichsarchiv in Kopenhagen. Hier fand sich in der Flottenliste des Jahres 1719 ein Vermerk über die 1718 vor Rügen gesunkene Fregatte Mynden (Windhund). Sowohl die Schiffsgröße, als auch die Anzahl der Geschütze stimmte mit der des "Arkonawracks" überein. Eine dendrochronologische Probe von Brennholz aus dem Kombüsenbereich des Wracks hatte außerdem das Fälldatum Herbst 1718 ergeben, so dass der Zeitpunkt des Untergangs für den Herbst/ Winter 1718 angenommen wurde. Eine genauere Suche im Archiv förderte die Dokumentation des Untergangs, bestehend aus mehreren Briefen des Kapitäns an die Admiralität in Kopenhagen zutage. |
Liste des geborgenen Guts Copyright Reichsarchiv Kopenhagen |
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Neben einer Schilderung des Untergangs fanden sich hier auch Berichte über die eingeleiteten Bergungsarbeiten, eine Liste des geborgenen Guts, und eine Aufstellung über die Besatzung mit Herkunft, Rang und Funktion eines jeden Seemanns.
Vor allem die Untergangsschilderung des Kapitäns ließ eine eindeutige Identifizierung des "Arkonawracks" als kleine Fregatte Mynden zu. Die Geschichte der Fregatte Mynden |
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Die Mynden wurde 1679 von dem niederländischen Schiffbaumeister in dänischen Diensten Thijs Hermansen v. d. Burgh als kleine Fregatte gebaut. Nach Seereisen, vor allem als Konvoi in den Jahren 1680-88 wurde das Schiff für Wachaufgaben auf Reede und Mannschaftswerbung genutzt.
Erst im Verlauf des großen Nordischen Krieges (1700-1720) wurde die Mynden als Kriegsschiff reaktiviert. 1716 nahm die Fregatte unter dem Kommando von Tordenskjold and der Schlacht bei Dynekil teil. 1718 übernahm Kapitänleutnant Hans Friedrich Dreeßen das Kommando über die Fregatte, die mittlerweile wieder als Konvoi für Handelsschiffe eingesetzt wurde. Den Untergangshergang beschreibt der Kapitänleutnant in einem ersten, langen Brief an die Admiralität. |
![]() Der Kurs der Mynden Copyright 2000 Jens Auer |
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Im November 1718 wurde die Fregatte Mynden von Admiral Raben nach Lübeck abkommandiert um die Fleute Der Herbst mit kriegswichtiger Ladung nach Kopenhagen zu eskortieren. Am 17. November verließ der Konvoi, dem sich noch vier weitere Schiffe anschlossen, Travemünde. Starker Nordwestwind und die schlechte Manövrierfähigkeit der kleineren Handelsschiffe machten ein Umsegeln von Møn unmöglich, so dass beschlossen wurde, in der Prorer Wiek unter Land vor Anker zu gehen, um günstigere Winde abzuwarten. Da die Handelsschiffe der schnelleren Fregatte jedoch nicht mehr folgen konnten, und langsam die Dämmerung hereinbrach, änderte der Kapitän an Bord der Mynden seinen Entschluss und lief jetzt direkt die näher liegende Tromper Wiek an.
Am 18. November 1718 um 15:30 Uhr gab der Kapitänleutnant den Befehl vor Kap Arkona zu Ankern, um den langsameren Handelsschiffen das Aufschließen zu ermöglichen. Direkt danach lief die Fregatte auf, glitt über das Arkona Riff hinüber und versank trotz aller Bemühungen das Schiff wieder auf das Riff zu bringen in 12m Wassertiefe östlich des Arkonariffs. 13 Mann der Besatzung ertranken, der Rest wurde von den Fischern des nahe gelegenen Dorfes Vitt gerettet. |
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Da die Masten des Schiffes noch aus dem Wasser herausragten, wurde bereits am 19. November mit den Bergungsarbeiten am Wrack begonnen. Eine Liste der geborgenen Güter lag einem der Briefe des Kapitäns bei.
Erst im Dezember wurden die Bergungsversuche aufgegeben, und die Besatzung zurück nach Kopenhagen beordert. Eine Rekonstruktion der Mynden?
Sichere Aussagen über das Aussehen der Mynden können nur gemacht werden, wenn sowohl die archäologischen, als auch die historischen Quellen befragt werden.
Die Mynden war eine schlanke kleine Fregatte von 25,6m Länge, 6,46m Breite und 3,13m Seitenhöhe. Aus der Liste der vom Wrack geborgenen Güter ergibt sich, dass das Schiff drei Masten hatte. |
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Da keine Bauzeichnungen der Fregatte mehr vorhanden sind, kann über das genaue Aussehen über der Wasserlinie nur spekuliert werden. Zeitgenössische Abbildungen anderer kleiner Fregatten lassen jedoch vermuten, dass das Oberdeck als Geschützdeck diente. Es gab keine Zwischendecks. Schanz und Back waren sicherlich flach. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Mynden mit Riemen ausgestattet war, um sich bei Flaute fortzubewegen.
Der moderne Nachbau der russischen Fregatte Shtandart von 1703 kommt in seinen Dimensionen der Mynden sehr nahe und könnte helfen, die einst stolze dänische Fregatte zu veranschaulichen. |
![]() Foto: Copyright 2000 Jens Auer |